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Funktionsweise einer Kappsäge

ratgeber-funktionsweiseDie Kappsäge wird zum Kappen (Kürzen) von Holz benötigt. Zum Unterschied der industriell genutzten Untertischkappsägen und Kappanlagen, die die Werkstücke durch ein rotierendes Messerblatt von unten kürzen, finden im Hobby- und Handwerksbereich hauptäschlich Kappsägen mit einem senkbaren Messerblatt von oben Verwendung. Häufig sind die Geräte kombinierte Zug-, Kapp- und Gehrungssägen, die auf einem festen Untergrund oder einem Tisch betrieben werden können. Damit können verschiedene Möglichkeiten kombiniert werden und die Geräte sind in vielen Einsatzbereichen heute nicht mehr wegzudenken.

Während die Begriffe Kappsäge und Gehrungssäge prinzipiell synonym gebraucht werden (es gibt kaum Kappsägen, die nicht auch im Winkel verstellt werden können), so stellt die Zugsägenfunktion eine zusätzliche Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten dar.

Folgende Funktionen sind bei einer kombinierten Zug-, Kapp- und Gehrungssäge möglich:

  • Kappfunktion
  • Gehrungssägenfunktion
  • Zugsägenfunktion

Kappen

ratgeber-3-150Durch den Einsatz eines Kreissägeblattes, welches von oben vertikal auf das Werkstück gesenkt wird, kann das Werkstück gekürzt werden. Bei fast allen Geräten finden sich zur exakten Längeneinstellung inzwischen Skalen am Parallelanschlag sowie Möglichkeiten, einen Stoppblock zu befestigen. Dadurch ist das reproduzierbare Ablängen auf jeweils gleiche Stücke gewährleistet.

Gehrungssägenfunktion

Durch die Möglichkeit, das Kreissägeblatt zu kippen sind auch Winkel der Schnittebene möglich. Damit können sehr leicht entsprechende Gehrungsschnitte realisiert werden. Möglich sind bei guten Geräten die Neigung in beide Richtungen (links und rechts), von -45 bis +45 Grad. Bei sehr guten Maschinen sind auch Winkel bis zu -47 und +47 Grad einstellbar, womit die Möglichkeit zu Hinterschnitten gegeben ist.

Der eingestellte Winkel ist dabei anhand einer Skala abzulesen, manche Maschinen bieten auch einen Einrastmechanismus bei den häufig benutzten Winkeln wie zum Beispiel 45 Grad und 30 Grad. Diese Funktionsweise der kombinierten Geräte ist vor allem beim häufigen Einsatz im Heimwerkerbereich wie dem Zuschnitt von Fuß- oder Sockelleisten, aber auch beim Herstellen von Rahmenteilen sehr nützlich.

Zugsägenfunktion

Bosch Kappsäge Home Series 8Die maximal mögliche Schnittbreite ist bei einer reinen Kapp- und Gehrungssäge durch den Durchmesser des Kreissägeblattes deutlich begrenzt. Um auch breitere Paneele, wie zum Beispiel beim Schneiden von breiteren Werkstücken wie Laminat oder Parkett, zu ermöglichen, sind viele Kapp- und Gehrungssägen zusätzlich mit einer Zugfunktion ausgestattet. Dabei kann das Sägeblatt über eine oder mehrere Schienen zum Bediener herangezogen werden.

Die verschiedenen Sägen bestehen aus folgenden Teilen:

  • Sägeblatt
  • Schutzhaube
  • Gelenk
  • Sägetisch (Drehteller)
  • Griff
  • Motor
  • Sägekopf
  • Standfuß
  • Zugfunktion (Doppelrohr)

Das Sägeblatt

ersatzblaetterEin elementarer Bestandteil jeder Kappsäge stellt definitiv das eingesetzte Sägeblatt dar. Bei den handwerklich genutzten Maschinen handelt es sich dabei um ein Kreissägenblatt, wie es auch in der herkömmlichen Kreissäge zum Einsatz kommt. Die Wahl des richtigen Kreissägeblattes ist dabei essentiell für den Erfolg der gewünschten Arbeit.

Je nach gewähltem Material des Werkstücks und gewünschtem Einsatzgebiet sind unterschiedliche Kreissägenblätter geeignet. Die Qualität des herstellerseitig bei der Maschine befindlichen Kreissägenblattes lässt mitunter Rückschlüsse auf die Qualität der Kappsäge schließen – auf jeden Fall beeinflusst es das Ergebnis der durchgeführten Arbeit und kann – bei notwendigem Extrakauf – zusätzliche Kosten bedeuten.

Universal- oder Multifunktionssägeblätter

Die gängigsten Kreissägeblätter, die zum Einsatz kommen sind hartmetallbestückte Kreissägeblätter zum Schneiden von verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Hart- und Weichholz, Kunststoffe, Aluminium, Messing, … – sogenannte Universal- oder Multifunktionssägeblätter.

Spezialsägeblatt mit negativen Wechselzähnen

Zum Einsatz in einer Kappsäge sollte zum Unterschied bei einer Kreissäge ein Sägeblatt mit negativen Wechselzähnen zum Einsatz kommen, da durch den negativen Spanwinkel ein selbstständiges Hereinziehen des Blattes verhindert wird. Diese Sägeblätter sind allerdings nur für Holz und holzähnliche Werkstoffe geeignet.

Dünnschnittsägeblatt

Um die Materialverluste durch den Schnitt mit dem Sägeblatt möglichst zu minimieren, sind spezielle Dünnschnittsägeblätter verfügbar. Durch die reduzierte Schnittfläche sind niedrigere Schnittdrücke erforderlich und sie versprechen ein leichteres Laufverhalten. Aufgrund der geringeren Leistungsaufnahme wird auch eine längere Lebensdauer versprochen.

Jedenfalls geeignet sind solche Sägeblätter für weniger leistungsstarke Maschinen. Besonders feine Arbeiten wie Schnitte in dünnwandigen Holz- und Kunststoffteilen (zum Beispiel dünne Holzleisten oder Modellbauteile) können mit einem Dünnschnittsägeblatt deutlich makelloser durchgeführt werden.

Zahnanzahl der Sägeblätter

makita-6Neben der Wahl des richtigen Durchmessers ist auch die Zahnanzahl ausschlaggebend für das Schnittergebnis. Dabei lässt sich prinzipiell folgender Zusammenhang erkennen: je mehr Zähne ein Sägeblatt hat, desto sauberer ist das Schnittbild bei jedoch langsamerem Schnitt. Sägeblätter mit nur 16 bis 24 Zähnen sind eher für schnelle, grobe Längsschnitte. Ein gutes Mittelmaß sind 36 bis 48 Zähne – damit lassen sich bei ansprechender Schnittgeschwindigkeit bereits saubere Querschnitte erreichen. Bei 60 bis 72 Zähnen sind auch Schnitte in sehr hartem Material möglich, jedoch auf Kosten der entsprechenden Schnittgeschwindigkeit.

Im professionellen Anwendungsbereich ist dann auch noch die Stellung der Zähne relevant. Bei positiver Zahnstellung(Spitze des Zahns zeigt nach schräg vorne) ist ein schnellerer Schnitt in weichen Werkstücken möglich, bei negativer Zahnstellung (Spitze des Zahns ist schräg nach hinten gerichtet) kann der Schnitt nur langsamer unter größerem Kraftaufwand durchgeführt werden, ist dafür aber auch deutlich sauberer ausgeführt.

Auch bei der Form und Anordnung der Zähne kann eine Anpassung an das zu schneidende Material getroffen werden. Es werden folgende Zahnformen unterschieden: Flachzahn, Wechselzahn, Hohlzahn, Trapezzahn und entsprechende Kombinationen.

Für den durchschnittlichen Hobbyanwendungsbereich der Kapp- und Gehrungssäge ist am besten ein Sägeblatt mit negativen Wechselzähnen mit hoher Zahnanzahl geeignet. Bei einem Blick auf die Preise von guten Sägeblättern ist schnell ersichtlich, warum ein gutes Sägeblatt in der Grundausstattung der Maschine ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für eine gute Kombination: Kapp- und Gehrungssäge (ev. mit Zugfunktion) und ansprechendes Schnittbild in der Verwendung darstellt.

Die Schutzhaube

makita-3Die Schutzhaube einer Kappsäge ist im geöffneten Zustand arretiert über dem Sägeblatt und schützt so vor unabsichtlichen Verletzungen. Erst nach Lösen der Arretierung kann die Kappsäge nach unten bewegt werden und so einen Schnitt ausführen. Dabei klappt die Schutzhaube sukzessive nach oben und gibt das Sägeblatt frei. Um immer einen Blick auf den Schnitt und das Werkstück zu haben, sind die Schutzhauben aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt. Gemeinsam mit dem Sicherheitshebel zur Aufhebung der Arretierung gegen ungewolltes Einschalten zählt die Schutzhaube zu den wichtigsten Sicherheitseinrichtungen der Kappsäge und sollte auf keinen Fall entfernt werden.

Das Gelenk

Über das Gelenk wird die Auf- und Abwärtsbewegung des Sägeblatts ausgeführt. Zur Erreichung von Gehrungsschnitten ist das Gelenk zusätzlich im Winkel verstellbar. Je nach Bauart kann über das Gelenk der Sägekopf um bis zu 47 Grad in beide Richtungen gekippt werden. Für eine lange Lebensdauer sollte es möglichst stabil ausgeführt und leichtgängig sein.

Der Sägetisch (Drehteller)

Der Sägetisch stellt das zentrale Element jeder Kappsäge dar. Durch die Möglichkeit, den Sägetisch zu drehen (daher auch der Begriff: Drehteller) sind horizontale Winkelschnitte bis zu 45 Grad, bei professionellen Geräten bis zu 47 Grad, in beiden Richtungen möglich. Der eingestellte Winkel wird dabei über einer Skala an der Vorderseite der Maschine abgelesen. Häufig kann die Maschine mittels eines Fixierhebels stufenlos in jedem beliebigen Winkel arretiert werden – teilweise gibt es auch Einrastpositionen bei häufig genutzten Einstellungen.

Der Griff

bosch-7Über den Griff wird einerseits die Kraft bei der Abwärtsbewegung des Sägekopfes übertragen, andererseits sollen auch die Schalter zur Freigabe der Schutzhaube und Einschalten der Säge gut erreichbar sein. Eine ergonomische Griffhaltung kann die Arme deutlich entlasten und den gesamten Schneidevorgang erleichtern.

Eventuelle Zusatzfunktionen wie eine Lasermarkierung der Schnittführung oder eine Beleuchtung des Werkstückes sollten am Griff gut erreichbar zu bedienen sein.

Der Motor

Die Kraftzentrale der Kappsäge ist der Elektromotor. Je nach Gerät sind Leistungsaufnahmen zwischen 1000 und 2000 Watt üblich. Geräte mit weniger als 1000 Watt Leistungsaufnahme sind generell nicht empfehlenswert, da sonst ein Mangel an Durchzugskraft bemerkbar wird und die Maschine häufiger an der Leistungsgrenze arbeitet, was die Lebensdauer deutlich verkürzen kann. Das Erreichen der Leistungsgrenze macht sich an einer Verringerung der Drehzahl bemerkbar, wodurch auch das Schnittergebnis deutlich schlechter wird. Die Leistung des Motors wird über ein Zahnradpaar oder einen Antriebsriemen auf das Sägeblatt übertragen.

Der Sägekopf

bosch-1Als Sägekopf werden der Griff, das Sägeblatt, die Schutzhaube und der Motor zusammengefasst. Der Sägekopf ist über das Gelenk am Standfuß befestigt. Je nach Positionierung des Motors (neben dem Sägeblatt oder dahinter), können unterschiedliche Winkel in der Neigung erreicht werden.

Bei der Positionierung des Motors neben dem Sägeblatt (üblicherweise rechts daneben), ist die Neigung nach rechts deutlich eingeschränkt. Bei der Positionierung des Motors hinter dem Sägeblatt ist eine Neigung zu beiden Seiten (links und rechts) möglich. Da dadurch das Werkstück weniger häufig gedreht werden muss, erleichtert diese Anordnung nicht nur in kleineren Werkstätten die Arbeit beträchtlich und ist empfehlenswert.

Der Standfuß

Über den Standfuß wird die gesamte Maschine auf dem Boden, einem Untergestell oder einem Tisch fixiert. Er sollte in der Ausführung sehr robust und schwer sein, um einen guten Stand zu gewährleisten. Ein vertretbares Mittelmaß muss bei überwiegend mobil eingesetzten Kappsägen gefunden werden.

Über das Gelenk ist der Standfuß mit dem Sägekopf verbunden. Auf dem Standfuß ist der Drehteller beweglich montiert. Nur mit einer kippfreien Kapp- und Gehrungssäge kann sicher gearbeitet werden!

Um auch größere Werkstücke entsprechend bearbeiten zu können, sind bei vielen Geräten zusätzlich ausziehbare Erweiterungen im Standfuß oder dem Drehteller eingearbeitet. Das kann vor allem bei längeren Werkstücken sehr praktisch sein und verhindert eventuell den zusätzlichen Kauf einer Tischverbreiterung.

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